Es ist Freitag, 14.30 Uhr und ich warte
auf den ersehnten Schichtwechsel.
Als dieser dann endlich eintraf, konnte
es losgehn in Richtung meiner ersten Session 2010.
Zuvor hatte ich schon eine Woche
vorgefüttert und muss im nachhinein sagen, es hat sich gelohnt.
Als ich um 15.30 Uhr endlich den See
erreiche, muss ich feststellen, dass nicht gerade die besten
Bedingungen herschen um auf Karpfen zu fischen. Es pfiff mir ein
kalter Nordwind um die Ohren der eigentlich nix gutes versprach.
Trotzdem lies ich mich nicht unterkriegen und montierte mit voller
Freude auf die kommende Nacht meine Ruten. Beide Ruten wurden mit
einem Fisch/Erdbeer Boilie und jeweils 2 Kunstmaden versehen. Um
meine Köder attraktiver zu machen, hielt ich meine Futtermethode
schlicht und entschloss mich, nur mit 2 Boilies auf einer PVA Schnur
zuzufüttern.
Eine Rute lag auf einem Hotspot des
Sees: Einlauf, Wasserquelle und Buhne zugleich sollten den ersehnten
ersten Fisch 2010 bringen. Die andere wurde in 1,5 metern tiefe, ca 2
meter vor einer Insel präsentiert. Nun waren die Ruten scharf
und die Fische konnten beisen. Trotz dass der Wind solangsam nachlies
war es schweinekalt und somit entschloss ich mich einen Tee auf
meinem Kocher zuzubereiten. Gerade als ich den Teebeutel aus dem
heißen Wasser entnehmen wollte, machte auch schon mein rechter
Roc auf sich aufmerksam, auf dem die Rute vor der Insel lag. Als ich
das rote LED leuchten sah, wusste ich sofort dass es sich um einen
Fallbiss handelt. Ich lief langsam zur Rute. Kurz nachdem der Karpfen
ca 10m Schnur für die Flucht geholt hatte, konnte ich auch schon
den Anhieb setzen.
Nach 5 minütigem Drill mit meiner
neuen Rute, wurde mir klar dass es sich um einen kleinen Schuppi
handelt, den ich auf etwa 3kg schätzte und sofort wieder zurück
in sein Element lies.
Die Rute wurde neu beködert,
wieder mit einem Erdbeer/Fisch Boilie, und zurück zum Spot
befördert. Wo kleine sind, sind auch grosse, dachte ich mir und
setzte mich ins Zelt zurück um meinen Tee zu trinken. Kaum den
Mund am Tassenrand, ertönte ein kurzer piep an meiner linken
Rute. Ich wollte gerade meine Schuhe anziehen, als der Swinger
förmlich auf und ab tanzte.
Fullrun, den ich auch gleich wieder mit
meinem Anhieb stoppte. Es dauerte ca 15 Minuten, als ich den Fisch
zum ersten mal an der Wasseroberfläche hatte. Nun durfte ich
nichtmehr locker lassen und somit konnte der Fisch auch direkt übers
Netz geführt werden. Während Sebastian, mein Angelpartner
den ich zuvor angerufen hatte, die nasse Matte und ein Eimer Wasser
richtete, hatte ich den Fisch abgehakt. Kurz darauf konnte er auch
schon abgelichtet werden. Wie auch bei anderen, herscht bei mir
strengstes Catch and Release und somit wurde der Fisch, nach dem
Fotografieren und Wiegen direkt zurück in sein Element gelassen,
meinen ca 2 Hektar großen Vereinssee. Nach einigen Fotos vom
Sonnenuntergang war es auch schon dunkel geworden und ich entschloss
mich schlafen zu legen. Die stürmische Nacht verlief ruhig, zu
ruhig. Ich konnte keinen weiteren Fisch mehr verbuchen und somit
entschloss ich mich gegen 9 Uhr den See zu verlassen.